Was kann ich neben der Substitutionsbehandlung zur Vermeidung von Blutungen tun (Prävention)?

Die häufigste Komplikation der Hämophilie sind Blutungen in den Gelenken mit den daraus resultierenden Folgeschäden in Form von:

  • Arthrosen
  • Gelenkinstabilitäten
  • Gelenkversteifungen
  • Muskelverkürzungen

Ein Gelenk, das bereits mehrmals von einer Blutung betroffen war, wird aufgrund des darin ablaufenden Entzündungsprozesses anfälliger für weitere Blutungen sein. Auch eine effektive Behandlung mit Gerinnungsfaktor kann eine Gelenkblutung mit Folgeschäden nicht vollständig verhindern. Deshalb ist es wichtig, neben der Behandlung mit Gerinnungsfaktor in Absprache mit dem in der Hämophilie erfahrenen Arzt unterstützende Maßnahmen durchzuführen. Diese sollen bereits im Vorfeld verhindern, dass weitere Blutungen auftreten (Prävention). Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Gelenke zu stabilisieren und damit weitere Blutungen zu verhindern. Hierzu gehören:

  • spezifische auf die Hämophilie abgestimmte individuelle Trainings- und Bewegungsprogramme zur Steigerung der körperlichen Fitness und Stärkung der Muskulatur und Gelenke (siehe Kapitel Gelenke in "Hämophilie")
  • gelenkschonende sportliche Aktivitäten (siehe Kapitel Sport in "Leben mit Hämophilie")
  • Spät-Rehabilitationsmaßnahmen bei bereits bestehenden Gelenkschäden